Station 1 - Arnkiel Park

Grabanlage Munkwolstrup

In der Gemeinde Sankelmark, Kreis Schleswig-Flensburg (Gemarkung Munkwolstrup) soll in den nächsten zwei Jahren ein archäologisch-landeskundlicher Park entstehen.
Die archäologische Untersuchung des jungsteinzeitlichen Langbettes LA 31 von Munkwolstrup in der Gemeinde Sankelmark, Kreis Schleswig-Flensburg, hätte zweifellos Routinecharakter gehabt.
Wäre da nicht ein denkwürdiger Besuch von 1690. Damals recherchierte der Apenrader Probst Magister Troels Arnkiel für sein 1702 erschienenes Buch "Die Cimbrische Heydenreligion" vor Ort und beschrieb vier der sieben Munkwolstruper Grabstätten - damals noch in unversehrtem Zustand - mit Angaben der Anzahl randlicher Einfassungssteine und zu Abmessungen der Monumente. Im Zeitraum danach bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Großsteingräber dann als Steinbrüche genutzt und weitgehend zerstört. Es stand damit von vornherein fest, daß einer archäologischen Untersuchung der Munkwolstruper Langbetten auch die ungewöhnliche Rolle der Überprüfung der Angaben Arnkiels anhand des Ausgrabungsbefundes zufallen würde. Wegen der unmittelbaren Nähe zum alten Ochsenweg als ehemaliger Hauptverkehrsachse des Landes fiel die Durchführung der Untersuchungen der Arbeitsgemeinschaft Ochsenweg e.V. mit Sitz im Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH) zu.

Am 31. Oktober 2003 übergab die Ochsenweg gGmbH im Rahmen eines Festaktes das rekonstruierte, über 5.000 Jahre alte Großsteingrab an die Gemeinde Sankelmark.

Das erforschte Munkwolstruper Großsteingrab ist nach dem Langbett von Karlsminde, Gem. Waabs bei Eckernförde, das zweite vollständig wieder aufgebaute Monument dieser Art in Schleswig-Holstein.
Mit einer Länge von 75 Metern ist es jedoch deutlich größer als das bereits vor mehr als 25 Jahren bei Karlsminde rekonstruierte. Im Zuge der Arbeiten wurden ca. 140 Findlinge von jeweils mehr als einer Tonne Gewicht aus einer nahen Kiesgrube herbeigeschafft, mit Schwergerät aufgestellt und die Fugen dazwischen in der Technik der Jungsteinzeit mit Trockenmauerwerk ausgefüllt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, schon von weitem erblickt man das Munkwolstruper Langbett mit seinen beiden von großen Decksteinen bekrönten Grabkammern (sog. Dolmen), in die man heute wieder gefahrlos hineinsteigen kann.
Für die Gemeinde Sankelmark und besonders den Ortsteil Munkwolstrup zeichnet sich heute schon ab, daß das rekonstruierte Großsteingrab zu einer Attraktion für Nah- und Fernerholungssuchende im Binnenland werden wird, zumal es sich in geringer Entfernung weiterer Highlights der Region befindet, wie z.B. dem Naturschutzgebiet Obere Treene und dem Sankelmarker See. Hierfür sprechen nicht zuletzt die bereits im Zuge der drei Ausgrabungsjahre 2000-2001 verzeichneten Besucher, die sich unmittelbar bei den zuständigen Fachwissenschaftlern über die spannenden Ergebnisse informieren konnten.

 

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Grabkammer
Rekonstruierte Grabanlage im Arnkielpark bei Munkwolstrup